Wie kann ich wieder verzeihen?

Im Verlauf einer Trennungsverarbeitung begegnet uns das Thema auf jeden Fall. Und nicht nur da. Wir alle kennen Situationen, in denen wir verletzt wurden und voller Groll oder Trauer sind.

Wie kannst Du damit umgehen, wenn Du verletzt wurdest? Dich hintergangen, betrogen fühlst? Vielleicht Unehrlichkeit im Spiel ist?

Du fühlst Dich verletzt, abgewiesen, nicht gesehen?

Deine Gedanken und Dein Tun ist geprägt von Groll, Trauer und vielleicht sogar Hass und Rachegefühle. Das kann sogar soweit gehen, dass Dein Körper mit Erschöpfung, Schmerzen, Schlafstörungen reagiert.

Doch frage Dich mal ganz ehrlich, bringt Dich dieser Groll weiter oder hilft er Dir gar? Oder lähmt er Dich vielmehr, kostet Dich Energie, trübt Deine Seele oder macht Dich sogar regelrecht krank?

Unverziehene Konflikte trennen uns vom Leben und von anderen Menschen. Nicht nur von dem, der/die die Ursache dafür ist.

Hinzu kommt, dass der andere oft gar nicht weiß, wie sehr er Dich verletzt hat, aus welchen Gründen auch immer. Wichtiger ist, dass Dir bewusst wird, wie sehr Du Dir selbst mit Deiner Wut und dem Verletztsein schadest. Du vergiftest Dir Dein eigenes Leben mehr, als dass Du den anderen „bestrafst“.

Frage Dich also, ob es das wert ist, oder ob es nicht für Dich der bessere Weg wäre zu Verzeihen.

Verzeihen öffnet Dir eine neue Tür …

… nämlich die Tür zu Deinem inneren Frieden. Wenn Du vergibst, tust Du Dir selbst etwas Gutes. (Das gilt übrigens auch für die Dinge, die Du Dir selbst nicht verzeihst.)

Wenn Du verzeihst, lässt Du nicht mehr zu, dass andere Menschen Dich und Dein Leben beeinflussen. Indem Du vergibst, übernimmst Du Eigenverantwortung und Dein Leben (wieder) in die Hand.

“Die empfangene Ungerechtigkeit zu verzeihen,
bedeutet sich selbst die Wunde seines Herzen heilen.”
Vinzenz von Paul

Mit dem Verzeihen ermöglichst Du, dass Deine Wunden wieder heilen können und Du befreist Deine Seele und vielleicht auch Deinen Körper von einem großen Ballast.

Wichtig ist, dass Du Verzeihen nicht mit einem Zeichen von Schwäche verwechselst. Das Gegenteil ist der Fall. Es wird Dich unter Umständen viel Kraft kosten, mit der Verletzung und dem Unrecht, welches Dir widerfahren ist, abzuschließen. Doch dauerhaft in der Opferhaltung zu verharren, wird Dich viel länger und vielleicht viel mehr Deiner Energie fordern. Mehr über die Opferhaltung liest Du in diesem Blogartikel:

Auch heißt es nicht, dass Du mit der Vergebung die erlittene Verletzung oder das Vergehen des anderen gut heißt oder nicht mehr falsch finden darfst. Nein, das darfst Du durchaus und das sollst Du eventuell sogar. Doch mit dem Verzeihen lässt Du nicht mehr zu, dass diese Verletzung oder das Unrecht weiterhin Dein Leben negativ beeinflusst.

Verzeihen kann man lernen.

Ich habe Dir mal ein paar Tipps zusammengestellt, denn nichts hält uns im Leben mehr gefangen als alter Groll.

Gehe hier am besten schrittweise vor, denn so schön es klingt, Verzeihen ist nicht einfach und es wird vielleicht auch nicht sofort klappen. Manchmal braucht es mehrere Anläufe.

Schritt 1:
Mache Dir als Erstes bewusst, was genau Dich so sehr getroffen oder verletzt hat, dass Du es nicht verzeihen kannst. Schreibe es Dir auf, visualisiere es. Wenn es mehrere Dinge einer (oder mehreren) Personen sind, erstelle eine Liste.
Oft hilft diese Visualisierung bereits zu erkennen, ob Du noch immer so sehr unter der Verletzung leidest, dass Du noch immer so wütend oder traurig bist oder Dir sogar Rache wünscht.
Vielleicht aber kannst Du sogar einen oder mehrere Punkte von Deiner Liste streichen.

Schritt 2:
Nutze auch im zweiten Schritt die Wirkung des geschriebenen Wortes. Vielleicht hast Du früher Tagebuch geschrieben. Erinnerst Du Dich, wie erleichternd es war, sich gewisse Dinge „von der Seele zu schreiben“?
Schreibe also genau auf, was passiert ist, was genau Dich verletzt hast. Beschreibe die ganze Situation und lasse auch Deiner Wut freien Lauf. Lass alles raus, es gibt keine Zensur, keine Etikette. Wenn es Dir hilft, schreibe es als Brief an die Person, die Dich so sehr gekränkt hat.

Schritt 3:
Verabschiede Dich nun symbolisch von dem Erlebnis. Schau Dir Deinen Text an und dann zerreiße den Brief bewusst in kleine Stücke, zerfetze oder verbrenne ihn. Tu, was Dir beliebt, solange Du das tust, was für Dich Loslassen bedeutet. Lass auch hier Deinen Gefühlen freien Lauf und verabschiede Dich dabei ebenfalls symbolisch von ihnen. Vielleicht magst Du die Asche-Reste oder Schnipsel auch noch an einen anderen Ort bringen? Es ist wichtig, dass Du das Gefühl hast, Abstand dazu zu bekommen.

Wenn ein bestimmtes Datum eine Rolle bei dem Dir widerfahrenden Unrecht gespielt hat, hilft es oft, dass das Ritual des Loslassens genau an diesem Datum geschieht. Doch warte damit nicht monatelang.

Was Du sonst noch tun kannst

Vielleicht hilft Dir Autosuggestion. Mit sogenannten Affirmationen kannst Du Deinen Geist mental programmieren. Suche Dir zwei besonders kraftvolle Sätze oder kreiere sie selbst für Dich und sage Dir diese mehrmals täglich vor. Wichtig ist, dass diese Sätze ganz genau für Dich und eine Situation passen. Das könnte zum Beispiel sein: „Ich lasse nicht länger zu, dass xy weiterhin mein Leben bestimmt“. „Ich verzeihe xy, und entscheide mich damit, endlich loszulassen und mein Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen“

Nimm eine andere Sichtweise ein. Frage Dich, was Du zu dem Erlebten beigetragen hast. Versetze Dich in den Anderen hinein. Was könnte ihn dazu veranlasst haben, Dich so zu verletzen? Hat die Person dies beabsichtigt oder hast Du vielleicht auch etwas falsch verstanden? Hier geht es nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum, mehr Klarheit zu erlangen. Oft nehmen wir nach diesen Verletzungen nur den eigenen Schmerz wahr und sehen nur uns und unser eigenes Leid.

Der Versuch zu verstehen, warum der andere das getan hat, was Dich wiederum so gekränkt hat, kann Dir beim Verzeihen helfen. Doch wie bereits erwähnt, heißt das nicht, dass die Tat des anderen gerechtfertigt war.

Suche Dir Hilfe.

Wenn Du das Gefühl hast, Du schaffst es nicht alleine, dann nimm professionelle Hilfe an. Auch das ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist Dein Leben und Du bist es wert, dass Du frei von Trauer und Wut bist und wieder glücklich wirst.

Die Themen rund um „den Umgang mit tiefen Verletzungen“ und „Verzeihen können“ sind in der Aufstellungsarbeit besonders gut aufgehoben und Du kannst loslassen. So dass Du Dich davon befreien und weiter gehen kannst. In DEIN LEBEN.

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